Stereotool für den FM oder AM-Modulator

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Oszillatormann
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Re: Stereotool für den FM oder AM-Modulator

Beitrag von Oszillatormann » Sa 2. Feb 2019, 17:26

Hallo Ralph,

ich habe mir das Reichelt Datenblatt angeschaut, gelesen das der WM5102 Audiocodecs verbaut ist und das Datenblatt des Wolfson WM5102 runtergeladen. Problematisch ist prinzipiell immer, das das MPX Signal bis 53 kHz einwandfrei erzeugt werden muß - ohne stärkeren Frequenzgang oder Phasengang. Deshalb muß der D/A Wandler mit 192 kHz Samplingrate laufen. Frequenzgang/ Phasengangfehler können in digitalen Interpolationsfiltern im Chip entstehen. Außerdem ist es üblich, daß derartige Chips oberhalb 20 kHz stark ansteigendes Breitbandrauschen abliefern, weil durch Oversampling das Rauschen nur im Audioband bis 20 kHz gut und niedrig gemacht wird. Wenn das Rauschen in 300 kHz Abstand nur 60 dB unter der Nutzleistung liegt, wird ein FM Modulator in 300 kHz auch entsprechende Nachbarkanalleistung erzeugen!

LEIDER gibt es im Datenblatt keine Hinweise zu den Eigenschaften der Filter bei 192 kHz Samplingrate. Ich habe das Datenblatt mit dem Suchbegriff Filter durchsucht und auf Seite 23 (von 334) nur DAC Filterhinweise bei 48 kHz Samplingrate gefunden. Der Frequenzgang ist dort mit +-0,05 dB spezifiziert bis 48 kHz * 0,454 = 21,7 kHz. Wie der Chip bis 53 kHz geht steht leider nirgendwo. Die Gruppenlaufzeit, d.h. der Phasengang ist auch nicht spezifiziert. Ich würde deshalb nicht davon ausgehen, das der Chip ein anständiges MPX Signal liefern kann...

Gruß, Oszillatormann

RalphT
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Re: Stereotool für den FM oder AM-Modulator

Beitrag von RalphT » So 3. Feb 2019, 10:08

Hallo Oszillatorman,
Problematisch ist prinzipiell immer, das das MPX Signal bis 53 kHz einwandfrei erzeugt werden muß - ohne stärkeren Frequenzgang oder Phasengang.
Ja, das ist leider ein Problem. Diese Karten sind ja eigentlich für die Audiobetrieb vorgesehen und nicht zum Funken. Ich befürchte, dass man solche technischen Daten, wo die Frequenzgänge bis 53 kHz dargstellt werden, wohl nicht aufgeführt werden. Das scheint dann doch keinen zu interessieren.
Vielleicht im Forum von Stereotool. Da sind ja bestimmt auch einige Leute, auf der Suche nach dem Wandler mit der Goldkante sind. Vielleicht ist sogar einer dabei, der die Messmöglichkeiten hat und den Spreu vom Weizen trennen kann.
Deshalb muß der D/A Wandler mit 192 kHz Samplingrate laufen.
Stimmt, das hatte ich aber auf dem Schirm. Da hatte ich gleich in den technischen Daten nachgesehen.
Wenn das Rauschen in 300 kHz Abstand nur 60 dB unter der Nutzleistung liegt, wird ein FM Modulator in 300 kHz auch entsprechende Nachbarkanalleistung erzeugen!
Das ist natürlich ein Aspekt, über den ich überhaupt noch nicht nachgedacht hatte. Leider habe ich dafür auch keine Messmöglichkeiten. Ich befürchte, ich werde dann einfach mal das Teil einsetzen und hoffen, dass Stereo und RDS einigermaßen gut funktionieren.
Ich weiß nicht, aber vielleicht wäre dort ein analoger Tiefpass mit fg = 75 kHz sinnvoll??

Ich hatte ja mal einen Testbetrieb mit der eingbauten Soundkarte von meinem ASUS-Mainboard gemacht. Ich habe mich noch garnicht mit den technischen Daten von diesem Wandler beschäftigt. Wer weiß, was da rauskommt. Zumindest funktionierte Stereo und RDS sehr gut.
Ich hatte ja eingangs geschrieben, dass die Norm beim RDS ja 4 kHz betragen soll. Keine Ahnung, wie man man das vernünftig einstellt. Im Stereotool wird der Pegel als RDS-Lautstärke bezeichnit und in % angegeben. Wahrscheinlich bezieht sich der Pegel vom Gesamtsignal.

Oszillatormann
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Re: Stereotool für den FM oder AM-Modulator

Beitrag von Oszillatormann » So 3. Feb 2019, 12:19

Ein analoger Tiefpaß mit 75 kHz dreht als Butterworthtiefpaß oder Cauertiefpaß die Phase extrem stark. Mit so einem Filter geht deshalb wieder die Kanaltrennung kaputt. Ein guter Filter braucht deshalb noch einen Allpaß zusätzlich. Ich hatte mal einen für einen Stereocoder entwickelt. Der Filter bestand aus 6 Operationsverstärkern, die einen Cauertiefpaß mit 38 dB Sperrtiefe,zwei Nullstellen und 99 kHz Grenzfrequenz sowie einen nachgeschalteten Allpaß erster Ordung gebildet haben. Also schon eine größere Materialschlacht. Der Lohn der Arbeit war 55 dB Kanaltrennung bis 15 kHz.
So viel Kanaltrennung braucht man glücklicherweise für einen guten Höreindruck normalerweise nicht. Da reichen vielleicht 20-30 dB, mehr brachten die Hifi-Plattenspieler früher auch nicht.

RalphT
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Re: Stereotool für den FM oder AM-Modulator

Beitrag von RalphT » So 10. Mär 2019, 18:02

Hier ist leider gerade etwas Sendepause.

Ich hatte mir ja von Reichelt, diese Soundkarte, die man über den GPIO-Anschluss verbindet gekauft. Tja, was soll ich dazu sagen? Da habe ich wohl das Kleingedruckte nicht gelesen. Die Karte funktioniert schon mit dem Stereotool. Nur leider nicht mit diesem Raspberry.

Ich muss mal sehen, was ich jetzt mache.

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